Brot-Zeit.

Was brauchst du in deinem Leben wie das tägliche Brot – wirklich?

Wem verdankst du, was du zum Leben hast?

Was fehlt dir heute in deinem Leben?

Wer kann es dir geben, wen kannst du darum bitten?

Was fehlt deinem Nächsten zum Leben?

Wer kann es ihm geben, wen kann er darum bitten?

Wonach sehnst du dich – wirklich?

Unser tägliches Brot gib uns heute!

Hinführung – Das Malteser Jahresthema 2022

Hinführung – Das Malteser Jahresthema 2022

Das Malteser Jahresthema 2022 ist dem christlichen Grundgebet schlechthin entnommen: dem Vaterunser. Jesus selbst lehrt es seine Jünger, als sie ihn beten sehen und von seiner innigen Gottesbeziehung fasziniert sind. Das Vaterunser ist seine Antwort auf ihre Bitte: „Herr, lehre uns beten“ (Lukas 11,1). Bis heute ist es das zentrale Gebet der Jüngergemeinschaft – der Kirche – und verbindet sämtliche Christen über die Konfessionsgrenzen hinweg.

Unser tägliches Brot gib uns heute“ (vgl. Matthäus 6,11; Lukas 11,3) ist die vierte der sieben Vaterunserbitten – die Bitte in der Mitte – und die konkreteste. Brot ist ein Grundnahrungsmittel und steht für all das, was wir Menschen als Lebensgrundlage (von Gott) wirklich brauchen. Dabei hat das erbetene Brot in guter biblischer Manier bereits früh eine Mehrdeutigkeit erfahren. Denn der Mensch kann nicht ohne Brot leben, aber er lebt auch „nicht vom (materiellen) Brot allein“ (Deuteronomium 8,3; Matthäus 4,4). So weist u.a. der heilige Augustinus (354-430) darauf hin, dass die Brotbitte drei lebensnotwendige Dinge umfasst – materielle Nahrung, geistig-geistliche Nahrung (wie etwa Gottes Wort in der Bibel) und schließlich das eucharistische Brot des Lebens, das die beiden vorherigen Dimensionen miteinander verknüpft und in dem Gott sich selbst gibt.

Vorstellung – Die Grafik zum Jahresthema

Vorstellung – Die Grafik zum Jahresthema

Was brauchst du in deinem Leben wie das tägliche Brot? – Die Piktogramme, die einen Teil der Buchstaben des Wortes „Brot“ bilden, stellen einige Antwortmöglichkeiten auf diese Frage dar: die Beziehung zu lieben Menschen und zum lieben Gott, die Natur oder Schöpfung, die Sakramente, die Gemeinschaft der Malteser im Glauben und Helfen usw. Die ineinander verlaufenden Hintergrundfarben Blau und Grün symbolisieren Himmel und Erde. Sie betten die Brotbitte nicht nur in das Gesamt des Vaterunsers ein, indem sie auf die vorherige dritte Vaterunserbitte „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“ hinweisen; vielmehr erinnern sie auch daran, dass unser Leben eine Gabe („gib“) Gottes, des himmlischen Vaters, ist, und dass wir ihn als seine geliebten Kinder miteinander und füreinander („unser“ / „uns“) um alles Lebensnotwendige bitten dürfen, ja müssen. Die Bitte um Brot in seiner dreifachen Sinnhaftigkeit wird so zu einer „Himmelsleiter“, wie es in der hochformatigen Version der Grafik zum Ausdruck gebracht ist. In der querformatigen Version wiederum wird das Wort „Brot“ kreisrund von den übrigen Worten der Brotbitte umschlossen. Darin kann eine Hostie und somit das eucharistische Brot erkannt werden, in dem Gott sich selbst gibt.

Vertiefung – Gedankensplitter zum Nach- und Weiterdenken

Vertiefung – Gedankensplitter zum Nach- und Weiterdenken

Das Jahresthema lädt dazu ein,

... das Vaterunser (neu) zu entdecken und (wieder) bewusster zu beten. Viele kennen es auswendig, so dass es in schweren Lebensphasen ein haltgebender Anker sein kann. Es besteht aber auch die Gefahr, dass es zur Routine verkommt. Um was bitten wir im Vaterunser eigentlich?

... die beiden Grundcharismen der Malteser – Glauben und Helfen – neu zu reflektieren. Das Vaterunser wird zweimal im Neuen Testament überliefert (Matthäus 6,9–13; Lukas 11,2–4) und beleuchtet in seinem jeweiligen Kontext die Beziehung von Beten und Handeln bzw. Gottes- und Nächstenliebe. Bei Matthäus bildet das Vaterunser das Herzstück der Bergpredigt Jesu (5–7), bei Lukas trägt es zur Erläuterung des Doppelgebotes der Liebe bei (10,25–11,13).

... bei Jesus in die Gebetsschule zu gehen und das Bittgebet (neu) zu erlernen. Gerade das Fürbittgebet als Spezialform des Bittgebetes ist ein besonderer Ausdruck der Nächstenliebe.

... einen dankbaren Lebensstil einzuüben, d.h. sich bewusst zu werden, was man zum Leben braucht, wertzuschätzen, was man zum Leben hat, und anzuerkennen, wem man es verdankt. Das kann dahin führen, sich selbst im eigenen Menschsein als bedürftiges Wesen zu erkennen, das ganz und gar von Gott „abhängt“ – dem Geber aller Gaben, besonders derjenigen, die nur Er geben kann. Ein dankbarer Lebensstil schließt ferner einen nachhaltigen Umgang mit kostbaren, lebensnotwendigen Ressourcen ein.

... einen Lebensstil zu praktizieren, der die Augen vor Menschen in Not nicht verschließt. Der Brotbitte liegt ein gemeinschaftlicher Horizont zugrunde – „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – und sie beinhaltet den Handlungsimpuls, mindestens den eigenen Überfluss mit anderen zu teilen. Vgl. auch das Motto des 102. Deutschen Katholikentages 2022 „leben teilen“.

... im Alltag Momente zu finden, ganz bewusst im Hier und „Heute“ zu sein. Oft hängen wir gedanklich nämlich noch Vergangenem nach oder widmen uns geschäftig bereits dem Kommenden. Als Menschen brauchen wir aber genauso Momente des Innehaltens in der Gegenwart. Dabei kann man nicht nur ganz „bei sich“ sein, sondern auch ganz bei Gott, der allgegenwärtig – überall Gegenwart – ist und im Hier und Heute auf uns wartet. So kann die Haltung eingeübt werden, zu der Jesus die Jünger ermutigt:

„Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht:
Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? [...]
Sucht aber zuerst sein (= des himmlischen Vaters) Reich und seine Gerechtigkeit;
dann wird euch alles andere dazugegeben.
Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. [...]“

(Mt 6,31–33)
 

► Bibeltexte zum Jahresthema als Broschüren: Matthäus 6,5–15 und Lukas 11,1–13

► E-Mail-SignaturJahresthema-Motiv

Jahresthema-Postkarten (DIN Lang) auf Bestellung

Jahresthema-Plakat (DIN A3) zum Ausdrucken

Piktogramme aus dem Jahresthema Motiv als Einzeldateien auf Anfrage

Materialien zum Download

Impulse

Impulse

Die Impulse eignen sich z. B. für den Einstieg in eine (Team-)Sitzung, als (Mitarbeiter-)Andacht oder kurze Gebetszeit.

Unser tägliches Brot
Impuls zur Grafik des Jahresthemas

Brot-Zeit
Impuls im Malteser Magazin 1/2022

Warum werde ich nicht satt?
Impuls zum Jahresthema mit den Toten Hosen

Auf die Brotmischung kommt es an
Impuls

Trost im Brot
Impuls zu einem Lied von Gerhard Schöne

Der Wert eines Brotes
Kurzgeschichte als Impulstext

Gebete

Gebete

30 Sekunden Händewaschen
mit dem Vaterunser

Unser tägliches Brot gib uns heute
Sammlung von Tischgebeten

Sein Brot segnen – ein Ritual
Segensgebete über frisches Brot

Gott zu Tisch – Gebete und Lieder rund um die Mittagszeit
Praxishilfe der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln

Texte

Texte

Vaterunser in verschiedenen Sprachen
Zusammenstellung von Katholisch.de

Praxishilfen

Praxishilfen

Gruppenstunde zum Jahresthema
Praxishilfe der Malteser Jugend

Das Vaterunser umgekehrt
Impuls für einen erneuerten Zugang zum Vaterunser

Gottesdienst-Bausteine

Gottesdienst-Bausteine

Lieder & Gebete aus dem Gotteslob
zum Jahresthema

Die Fürbitte als Auftrag der Malteser
Anleitung für ein gemeinsames Fürbittgebet

Brot stärkt das Menschenherz – Die Feier der Agape
Anleitung für eine Agapefeier vom Bistum Speyer

Gebet des Monats

Jeden Monat veröffentlichen wir ein Gebet, das einen Bezug zum Jahresthema hat. Das aktuelle Gebet des Monats finden Sie hier:

Hintergrund

Über jedem Jahr steht für die Malteser ein bestimmtes Thema, das ihnen als Leitmotiv ihres Dienstes und geistlichen Lebens dienen soll. Das Geistliche Zentrum greift dieses Thema in seinem Jahresprogramm auf und ermutigt alle Malteser, diesem Thema bei ihren Zusammenkünften, in Impulsen bei Seminaren, Lehrgängen und Lagern sowie in der täglichen Arbeit nachzugehen.
 

Jahresthemen vergangener Jahre