Der Sinn von Garagen und Kirchen

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ Diese Sätze von Albert Schweizer bekam ich per Mail geschickt. Er ist sehr wahr dachte ich, und: Wenn nicht das In-die-Kirche-gehen mich zu einem Christen macht, was denn dann?

Die Antwort ist, glaube ich, wie so oft im Leben einfach und schwierig zugleich. Christ werde ich, indem ich glaube, dass Jesus von Nazareth der Sohn Gottes ist; dass der Glaube an Jesus Christus der Weg zu Gott ist, weil Jesus die Weise ist, wie Gott sich uns zeigt; dass dieser Jesus mich befreien will aus aller Verlorenheit dessen, was mich von Gott, meinen Mitmenschen und von mir selbst trennt; und – entscheidend – dass ich das wenige, was ich von Jesu froher Botschaft verstanden habe, mit aller Entschlossenheit und Freude zu leben versuche. Je mehr ich das tue, desto mehr lebt Jesus in mir und desto mehr werde ich zum Christen.

Das heißt übrigens nicht, dass Kirchen überflüssig wären – genauso wenig wie Garagen. Autos gehören regelmäßig in Garagen. Dort können sie gereinigt und in Schuss gebracht werden. Nichts anderes geschieht in der Kirche. Nur nicht für Autos, sondern für Christen und alle, die es (mehr) werden wollen.

Dr. Marc Möres