Was bringt es mir, Christ zu sein?

Diese Frage fand ich auf einer Website. Ungewohnt, so zu fragen. Darf man das, fragte ich mich? Christsein aufgrund seines persönlichen Nutzens für mich bewerten? So wie ich mich frage, was mir die (teuer bezahlte) Mitgliedschaft im Fitness-Studio bringt? Oder der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung?

Denke ich weiter darüber nach, fallen mir eine Menge Menschen ein, denen ihr Christsein zunächst mal ordentlich was gekostet hat, nämlich ihr Leben. Angefangen von (fast) allen Aposteln bis hin zu zahlreichen Christinnen und Christen, die auch heute verfolgt und getötet werden; und derjenige, dessen Namen sie alle tragen, ist am Kreuz gelandet, also in der völligen Vernichtung. Was da wohl rauskäme, stellten wir eine Kosten-Nutzen-Rechnung an?

Zugleich wird die Frage dadurch natürlich noch drängender. Waren die alle verrückt? Wenn sie alles gegeben haben und nichts bekommen hätten, dann wäre es tatsächlich sinnlos, Christ (oder Christin) zu sein.

Wenn ich mich frage, wie sich mein Christsein in meinem Leben konkret auswirkt, dann sehe ich, dass es mir Glück, Orientierung und Identität gibt, und meinem Dasein Sinn und Energie verleiht; und doch ist das noch nicht wirklich das, worauf es ankommt. Die Antwort ist viel einfacher und zugleich tiefer. Mein Christsein bringt mir: Jesus! Er ist das Gesicht, mit dem Gott mich ansieht. Er ist die Liebe, mit der Gott mich liebt. Er ist der, der am Anfang und am Ende meines Lebens steht; und der mittendrin stehen soll – denn sonst bringt mir mein Christsein gar nichts.

Dr. Marc Möres