Glauben und Helfen

Glauben und helfen, das ist uns als Malteserinnen und Maltesern ins Stammbuch geschrieben. Mehr oder weniger intensiv sprechen wir darüber, wie diese beiden Begriffe zueinander stehen: Was hat den Vorrang, geht das eine ohne das andere, kann man sich eines aussuchen usw.?

Ich freue mich über jedes dieser Gespräche, denn wenn wir über etwas sprechen, zeigen wir, daß es uns wichtig ist.

Zunächst einmal ist das eine ohne das andere nicht zu haben, weil uns der Leitsatz der Malteser mitten in das zweifache Gebot führt, das Jesus uns als das wichtigste vor Augen stellt: Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben und den Nächsten wie dich selbst (vgl. Mt 22,37-39).

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich uns dann zugleich, daß Glauben und Helfen nicht einfach nur nebeneinander stehen, sondern durch eine besondere Beziehung miteinander verbunden sind: Wenn wir als Malteser jemandem aufrichtig helfen und dabei nichts von unserem Glauben erzählen, dann kann man uns zwar vorwerfen, einen Teil unseres Auftrags vernachlässigt zu haben. Unsere Tat bleibt eine gute Tat, denn zu helfen ist gut und das wird nicht dadurch schlecht, daß wir nicht von Gott gesprochen haben.

Wenn wir hingegen unseren Glauben bezeugen und dem Nächsten nicht helfen, dann wird auch unser Zeugnis wertlos, weil unser Sprechen nicht mit unserem Handeln übereinstimmt. Im Helfen wird unser Glaube Wirklichkeit; und wenn er Wirklichkeit wird, wird er glaub-würdig.

Dr. Marc Möres