Ordensgründer

Der selige Gerhard

Unter den Ordensgründern ist der selige Gerhard eher ein Unbekannter. Wir wissen nichts Sicheres über seine Herkunft:

Wahrscheinlich wurde er zwischen 1035 und 1040 geboren und stammte aus der Provence oder aus Amalfi, einer Stadt in Süditalien. Amalfi unterhielt besonders enge Beziehungen zum Heiligen Land und hatte in Jerusalem Mitte des 11. Jahrhunderts eine große Pilgerherberge nahe der Grabeskirche gegründet.

Um 1080 übernahm Gerhard die Leitung der Herberge und machte aus ihr das größte und berühmteste Hospital der Christenheit. Unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft fanden dort alle notleidenden Menschen Aufnahme. Auf Gerhard geht zurück, dass die Aufgenommenen als „die Herren Kranken“ bezeichnet wurden und mit größter Ehrerbietung, überbordender Großzügigkeit und Professionalität behandelt wurden.

Ein Teil der Bruderschaft, die das Hospital betrieb, verwandelte sich mit der Zeit in eine mönchische Gemeinschaft, die nach den evangelischen Räten (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam) lebte und im Jahr 1113 von Papst Paschalis II. als Orden bestätigt wurde. Dieses Schreiben ist an „Gerhard, den Gründer und Oberen des Fremdenheimes zu Jerusalem und seine rechtmäßigen Nachfolger“ gerichtet.

Gerhard starb in Jerusalem am 3. September 1120.

Die Inschrift auf seinem Grabstein lautet:

Hier ruht Gerhard, der demütigste Mann des Morgenlandes und Diener der Armen.
Er war gastlich zu allen Fremden, ein gütiger Mann mit mutigem Herzen.
In diesen Mauern vermag man zu beurteilen, wie edel er war.

Vorausschauend und in jeder Weise tätig,
streckte er in vielen Ländern bittend seine Hände aus,

um zu erlangen, was nötig war, um die Seinen zu nähren.

Anders als bei anderen Ordensgründern ist von Gerhard nur ein einziger Ausspruch überliefert, der allerdings sehr treffend die Sendung der Malteser zusammenfasst:

Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein,
weil der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der Welt ist,
und weil, so Gott will, es immer Menschen geben wird,

die daran arbeiten, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen.